Wie ein Journalist amazonischen Gemeinden dabei hilft, Fehlinformationen zu bekämpfen – eine Geschichte nach der anderen
Josi Gonçalves mit den Schülern der Flussuferschule. (Mit freundlicher Genehmigung von Francisco Costa) Mit Wurzeln, die bis in den Nordosten Brasiliens zurückreichen, wo ihre Vorfahren moderne Sklavenarbeit ertragen mussten, wusste Josi Gonçalves, dass sie eine Kraft für das Gute sein wollte. Als Journalistin, Aktivistin, Feministin und Mutter hat sie ihr Leben und ihre Arbeit auf diese Mission ausgerichtet.
Im Amazonasgebiet sind Fehlinformationen nicht nur ein virtuelles Problem. Es kann sich direkt auf die öffentliche Ordnung auswirken, die sozialen Beziehungen belasten und das Überleben von Gemeinschaften gefährden. Gonçalves wollte ihren Nachbarn helfen, sich in ihren eigenen Sprachen und lokalen Dialekten in diesem Informationsökosystem zurechtzufinden. Als sie vom „Disarming Desinformation Program“ des International Center for Journalists in Zusammenarbeit mit MediaWise hörte, sah sie die Chance, genau das zu tun.
Ihre Herausforderung war klar: Wie kann man Medienkompetenz für die Menschen im Amazonasgebiet sinnvoll gestalten? Als sie an den Workshops teilnahm, wurde ihr klar, dass Medienkompetenz nicht auf das Internet oder Apps angewiesen sein muss – sie kann mit alltäglichen Baumrindenbildern und viel Zuhören beginnen. Sie passte sich vereinfacht an und betrachtete jede Gemeinschaft nicht nur als Wissensempfänger, sondern als eigenständigen Produzenten.
Die Gemeinschaft
Die Mission von Gonçalves war offensichtlich: die Menschen zu erreichen, die am Madeira-Fluss im Amazonas leben. Diese Gemeinde ist die Heimat von Familienbauern, Fischern, Bergbauern und jungen Menschen indigener Abstammung.
Mit der Unterstützung lokaler Führungskräfte und Schulverwalter organisierte Gonçalves ihren ersten Workshop in einer Schule am Flussufer in Vila Dnit. Etwa 70 Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren trafen sich mit ihren Lehrern und Administratoren für einen Tag, an dem lokale Kultur mit Unterricht in Medienkompetenz verbunden wurde. Unter Verwendung natürlicher Materialien, echter Fotos des Waldes und kurzer, einfach erzählter Videos lud sie die Schüler ein, das, was sie online sehen, mit dem zu verbinden, was sie aus dem täglichen Leben wissen.
Sie diskutierten darüber, was Fehlinformationen sind, wie sie verbreitet werden, welche Auswirkungen sie haben können und wie man erkennt, wenn etwas nicht wahr ist. Anstatt sich auf Bildschirme zu verlassen, nutzte Gonçalves visuelle und sensorische Materialien von Baumrinde bis hin zu falschen Schlagzeilen, um Gespräche anzuregen.
Die Reaktionen der Teilnehmer reichten von Neugier bis hin zu Veränderung. Viele hatten nie darüber nachgedacht, dass das, was sie auf ihren Handys sahen, möglicherweise nicht wahr sein könnte. Einige Schüler sagten, sie hätten nie bemerkt, dass selbst ein Familienmitglied unbeabsichtigt falsche Nachrichten weitergeben könnte. Andere sagten, sie würden Bildern und Websites mehr Aufmerksamkeit schenken. Eine Studentin sagte, sie wolle den Ort, an dem sie lebt, verändern, indem sie das, was sie gelernt hat, mit anderen teilt.
Ich war überrascht, wie schnell die Schüler den Inhalt aufnahmen, als er anhand lokaler Beispiele präsentiert wurde, sagte Gonçalves. Ich hätte zum Beispiel nicht erwartet, dass ein Student ein gefälschtes Bild mit einer Nachrichtenmeldung über eine Überschwemmung auf dem Madeira-Fluss verbinden würde. Er stellte selbst fest, dass das Foto alt war und von einem anderen Ort stammte. Dies zeigte, dass das kritische Denken stärker wird, wenn wir das Thema mit Erfahrungen aus dem wirklichen Leben verbinden.
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Auswirkungen
Das Training von Gonçalves gab den Teilnehmern Werkzeuge an die Hand und baute eine erste Schutzschicht auf. Der Workshop hat nicht alles über Nacht gelöst, aber er vermittelt Einzelpersonen die Fähigkeiten, eine Information weiter zu untersuchen. Die Schüler begannen, mehr über das zu reden, was sie online geteilt hatten, und die Lehrer hielten die Diskussionen im Unterricht am Laufen. Es ist der Beginn einer Verhaltensänderung.
Gonçalves betonte einen einfachen, aber revolutionären Schritt: Innehalten vor dem Teilen. Fragen Sie: Wer hat das gepostet? In welchem Kontext? Wenn jeder dieses kritische Denken in seinem Leben umsetzen würde, wäre die Welt weniger anfällig für Manipulationen.

Josi Gonçalves interagiert während des Workshops mit Studierenden. (Mit freundlicher Genehmigung von Francisco Costa)
Was kommt als nächstes?
Die Workshops von Gonçalves verbreiteten sich schnell. Andere ländliche Schulen baten sie, ihren Schülern und Lehrern Schulungen zur Medienkompetenz anzubieten. Sie wurde außerdem eingeladen, einen Workshop für das Karipuna-Indigenengebiet zu leiten.
Neben den Workshops plant Josi, ihre Arbeit durch Voz da Terra zu erweitern, das von ihr gegründete Online-Medienunternehmen, um Geschichten über die Umwelt, indigene Völker und Menschenrechtsfragen im Amazonasgebiet zu erzählen. Gonçalves plant, auf Medienkompetenz ausgerichtete Bildungsmaterialien in Formaten zu veröffentlichen, die auf mündlicher Überlieferung und Podcasts basieren.
Ihr Ziel ist einfach: Medienkompetenz für alle zugänglich zu machen und dabei den Rhythmus und die Traditionen der Menschen, die am Fluss leben, zu respektieren.





































